Jakobsweg 2013 – Orrison – Roncesvalles

20130707-182349.jpgUm 6 Uhr war die Nacht zuende da fingen die ersten an zu packen, vorher ist es auch verboten. Aber es war nicht schlimm da ich halb sieben aufstehen wollte, da es um 7 Uhr Frühstück gab. Viel Schlaf hatte ich in der Nacht nicht gefunden, da doch der ein oder andere in meinen 6 Mann Zimmer geschnarcht hat. Zum Glück waren auch drei Frauen im Zimmer. Sonst hätten noch mehr geschnarcht.

Zum essen gab es Baguette mit Marmelade und Heissgetränke in einer Müslischale. Schmeckte aber.

Halb acht begann ich den zweiten Teil meiner Pyrenäen Etappe. Sie versprach bereits vorher genau so schwierig zu werden. Allerdings gab es heute zwar genauso viel Aufstiege aber auch 500 Meter Abstieg. Und das ganze auf knapp 18 Kilometer Distanz.

Nachdem die ersten drei Pilger starteten kam ich an die Reihe. Nein es gibt keine Reihenfolge aber es war halt so. Unter denen war auch der deutsche mit seinen beiden Eseln. Nach ca. 1 Stunde kam ich an der Statue der Vierge de Biakorri vorbei. Machte natürlich auch Fotos.

Mittlerweile führte ich den Pilgertross an. Erstaunlich wie schnell die Esel doch waren ohne stur tu sein. nein Respekt. Voran zu gehen war auch schön aber dadurch musste ich selbst manchmal entscheiden welches der richtige Weg ist. Vorbei an viele Schafherden und ebenso vielen Pferdeweiden. Wobei nichts abgesperrt war und teilweise alle vermischt da standen.

Eine weitere Stunde weiter verlies ich den Asphalt und es ging bergauf vorbei am Steinkreuz Croix Thibaut. Durch einen Pass und da war sie fast unbemerkt die Grenze nach Spanien. Hier war auch ein Brunnen der für eine kurze aber wohltuende Erfrischung sorgte. Wieder hinauf zum Col de Lepoeder (1437m). Die gesamte Zeit entschädigte bzw. lenkte der Ausblick von den Strapazen ab.

Nun wies mich ein Holzschild zum teils extrem steilen Abstieg. Unglaublich erst freut man sich, dass es bergab geht. Dann stellt man fest, dass es die längsten 4km und vor allem auch sehr schwierige und gefährliche waren.

Und dann das Kloster von Roncesvalles genau vor mir und erst 12 Uhr mittags. Also 4,5 Stunden gebraucht. Damit eine Stunde weniger als der Führer schreibt und zusammen mit Tag 1 genau wie beschrieben lange gewandert. Meine Laufleistung und Motivation ist deutlich besser geworden. Vielleicht sollte man doch vor Wanderungen schlafen.

Verpflegung unterwegs waren wieder zwei Müsliriegel und kurz vor dem Pass/Grenze gab es einen Verpflegungswagen dort holte ich ein O-Saft für 1,50 und den letzten französischen Stempel.

Nun konnte ich in der Herberge Albergue de Peregrinos (Pilgerherberge) einchecken. Kosten für die Übernachtung 10€. Einziehen ging allerdings erst ab 14 Uhr aber die 1,5 Stunde wartete ich vor dem Gebäude. Welches ein ehemaliges Krankenhaus des benachbarten Klosters ist. Die Herberge ist selbst sehr modern und es gibt immer 4er Bettbuchten also nicht so schlimm wie in einen Schlafsaal. Der gesamte Gebäudekomplex des Klosters ist beeindruckend und schön hier schlafen zu dürfen.

Nach einer weiteren Stunde in der Herberge ging ich den Ort der nichtmal 30 Einwohner hat. Schaute mir die Kirche und die Abtei sowie das Grab eines Königs an. Zuvor bestellte ich für abends das Pilgermenü und orderte ein Cervezza und ein Sandwich für zusammen 8,80€. Aber ich hatte Hunger und Durst 🙂

Am Abend ging es dann ins La Posada zum Pilgermenü essen. Es Dan neben den obligatorischen Wein als Vorspeise Nudeln mit einer Art Salami, sehr lecker gefolgt vom Pommes und Fisch, wobei ich nur den halben gegessen habe und dann einen Vanille Pudding.

Und nun geht es in die Herberge, denn die Wolken haben sich vor die Sonne geschoben. Evtl. muss ich einen zweiten Zeh verarzten. Der erste hatte eine kleine Schnittwunde, aber nichts schlimmes. Ab jetzt heißt es nur noch Holla statt Bonjour und immer Buen Camino.

Heutige Etappe:
18km (noch ca. 772km bis SdC)
650m Aufstieg; 480m Abstieg
Dauer: 4,5h

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